Sammlungen

Sammlungen verstehe ich als Sortiersysteme, als aus vielen Teilen bestehende, sich immer wieder verändernde Konstrukte und geordnete Gebilde, die sich stetig erweitern und verändern. Hier erprobe ich unterschiedliche Möglichkeiten des Sammelns, Ordnens und Archivierens von Erinnerungen und stelle diese als persönlichen Fundus aus.

»[Das Sammeln] trägt Sinn, Ordnung, Begrenzung, Zusammenhang und Erklärung in das Zerstreute, Unübersichtliche, Konturlose, Zufällige oder Bedrohliche hinein.«

Schaffner; Winzen: Deep Storage: Arsenale der Erinnerung, S. 11

Triviale Fotografie

Hier versammle ich private, längst vergessene Fotomotive aus meiner Jugend und jungem Erwachsenenleben, die nach bestimmten Kriterien geordnet und schließlich in unterschiedlichen Konstellationen zusammengestellt wurden.

Das Neu-Ordnen und anschließende Kuratieren der Bilder ist angelehnt an die Idee meiner Abschlussarbeit, in der ich Ordnungskriterien für meinen Bildfundus anlegte und die entstandenen Zusammenkünfte als Grundlage für neue Gestaltungsideen verwendete.

Mit dem Ordnen trivialer Privatfotografien untersuche ich nun wiederkehrende Bildmotive, kontextualisiere bereits vielfach gesehenen Fotos neu und entdecke Vergessenes wieder. Indem der Blickwinkel auf diese Bilder verschoben wird und sie sich in neuen Nachbarschaften zusammenfinden, entstehen überraschende Konstrukte, in denen sich die Bilder gegenseitig erhellen und ein ganz neues Erinnern fördern.

 

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Listen

Susan Sontag hat es auf den Punkt gebracht:

»Die Liste selbst ist schon eine Sammlung, eine sublimierte Sammlung. Man muss die Dinge nicht unbedingt selbst haben. Kennen heißt besitzen […] Es ist bereits ein Anspruch, eine Art Besitz, wenn man in dieser Form an die Dinge denkt, in Form einer Liste: was bedeutet, daß man sie einschätzt, sie einordnet, und sagt, sie seien es wert, daß man sich an sie erinnert oder sie begehrt.«

Sontag: Der Liebhaber des Vulkans, S. 267

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